Als wir wieder einmal nach Somalia reisten, um unser Patenkind Akimba zu besuchen, waren wir doch wieder erschüttert, als wir die alte und kleine Lehmhütte sahen, in der er mit seiner ganzen Familie lebte. Wir entschieden uns dazu, neue Hütten zu bauen, die für mehrere Personen geeignet waren und machten uns mit allen Einwohnern aus Akimbas Dorf an die Arbeit. Die Materialien, die wir dafür benötigten, hatten wir in einer größeren Stadt gekauft und konnten uns nun richtig ins Zeug legen. Natürlich lassen sich die Hütten dort dennoch nicht mit Wohnhäusern in Deutschland vergleichen. Doch viel Platz und Wärme und überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben, reicht den meisten Somaliern schon aus.
Als wir mit unserer Arbeit nach einigen Wochen schon weit fortgeschritten waren, konnte Akimba sein Glück kaum glauben. Wir verteilten Teppiche auf dem Boden, hängten einen Fliegenschutzan die offene Tür und stellten ein altes Sofa auf. Natürlich hatten auch wir nicht die Möglichkeiten dazu, ein ganzes Dorf mit neuen Möbeln und hochwertigen Produkten auszustatten. Doch die Bewohner schienen bereits mit den größeren Hütten und der Ausstattung zufrieden zu sein, was auch uns sehr freute. Man kann die Menschen in Afrika mit wenigen Mitteln glücklich machen und sollte es auch dabei belassen. Denn mit luxuriösen Badewannen, edlen Ledersofas oder modernen Stereoanlagen würden die Menschen nicht mehr die sein, die sie nun einmal sind.
Anschließend hängten wir Markisentücherüber die Sitzfläche vor der Tür, um mit Klappstühlen einen kleinen Entspannungsort zu schaffen. Somalia wird auch weiterhin ein armes Land sein, wie auch Akimbas Dorf. Doch dennoch können wir mit wenigen Mitteln vieles bewirken und wenn auch nur, dass die Bewohner wieder lachen und Freude ausstrahlen. Davon könnten sich auch viele Europäer mal eine Scheibe abschneiden, einfach mal mit dem zufrieden sein, was man hat. Denn das Glück liegt oft in den kleinen Dingen!